Bayerische Abfall- und Deponietage


 

20. Bayerische Abfall- und Deponietage

Mit Beiträgen zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz wird die Kreislaufwirtschaft nachhaltig!

Das KUMAS UMWELTNETZWERK hatte zusammen mit den Kooperationspartnern AU Consult GmbH, Bayerisches Landesamt für Umwelt und bifa Umweltinstitut GmbH am 20./21. März 2019 zur 20. Ausgabe der Bayerischen Abfall- und Deponietagen nach Augsburg eingeladen.

Die seit dem Jahr 1998 am Bayerischen Landesamt für Umwelt etablierte Veranstaltung ist mit in diesem Jahr rund 400 Teilnehmern der bedeutendste Fachkongress zur Kreislaufwirtschaft und Deponietechnik im süddeutschen Raum. Neben dem Update zu abfallrechtlichen und deponietechnischen Fragestellungen dient die Veranstaltung auch dem Austausch zwischen Anlagenbetreibern, entsorgungspflichtigen Körperschaften, Genehmigungsbehörden, Fachbüros und Fachanwälten.

Weitere Details finden Sie im Kongressprogramm (pdf) und Referentenprofil (pdf).

Im Rahmen der 20. Bayerischen Abfall- und Deponietage erwarteten die Teilnehmer wie in den Vorjahren ein Programm mit fachlich fundierten Vorträgen und die Möglichkeit des direkten Austausches zwischen Behördenvertretern, Anlagenbetreibern und Fachfirmen.

Die wesentlichen Ergebnisse aus den Beiträgen:

Aktuelle Entwicklungen in der Kreislaufwirtschaft

Dr. Andreas Jaron vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit wies in seinem Beitrag darauf hin, dass "Kreislaufwirtschaft" nicht mehr isoliert betrachtet werden dürfe, sondern in einen größeren, globalen Kontext gestellt werden müsse. Die Produktion von Verbrauchsgütern, Optimierung des Ressourceneinsatzes, der umweltverträgliche Rohstoffabbau und die Verwirklichung einer echten Kreislaufwirtschaft durch die Gewinnung hochwertiger Sekundärrohstoffe und deren Einsatz als echtes Substitut für frische Rohstoffe sind essentielle Bestandteile. Bis zur Verwirklichung ist es noch ein weiter Weg und die Neuberechnung der Verwertungsquoten, bei der künftig nicht mehr nur die erfassten Wertstoffmengen erheblich sind, macht deutlich, dass erhebliche Potenziale noch nicht gehoben sind. Bei Glas, Papier, Metallschrott und Bioabfällen können Recyclingquoten von nahezu 100 % erreicht werden. Sorgenkinder hinsichtlich der Quoten sind dagegen Leichtverpackungen (nur rund 20 %), aber auch Sperrmüll (rund 15 %). Aufgrund der inhomogenen Zusammensetzung dieser Wertstoffklassen sind aber bedeutsame Steigerungen bei ökologisch und ökonomisch vertretbarem Aufwand wohl kaum erreichbar.

Bernhard Schodrowski vom BDE ging in seinem Beitrag auf die Notwendigkeit klarer gesetzlicher Rahmenbedingungen bei der Verpflichtung zum Recycling und auf den in den Zuständigkeiten noch ungenau definierten Begriff der "Produktverantwortung" ein. Zudem stellt er die These auf, dass höhere Recyclingquoten an sich noch nicht gleichzeitig auch bessere Kreislaufwirtschaft bedeuten. Gerade im Vollzug des Umweltrechts bestünden zum Teil noch erhebliche Defizite. Gerade im Einsatz von Kunststoffrecyclaten müssten intelligente rechtliche Rahmenbedingungen marktfördernd wirken, um den Absatz in die gewünschte Richtung zu bringen. Zudem sollten verbindliche Vorgaben bereits beim Produktdesign die Wiederverwendung bzw. das Recycling fördern. Der Markt alleine und Selbstverpflichtungen der Hersteller dürften kaum ausreichen, um die hochgesteckten Ziel zu erreichen. Alle am Wirtschaftskreislauf beteiligten Akteure inclusive des Gesetzgebers seien hier gefordert. Nicht unterschätzt werden dürfte der Beitrag der Kreislaufwirtschaft in der Reduktion klimaschädlicher Gase durch das Ablagerungsverbot unbehandelter Abfälle seit dem Jahr 2005 oder auch die Reduktion der CO2-Äquivalente durch die Abfallwirtschaft in Höhe von jährlich rund 56 Mio. t, also rund 20 % der deutschen Ziele aus der Kyoto-Konferenz.

Abfallexperte Siegfried Kreibe vom bifa Umweltinstitut machte anhand konkreter Beispiele deutlich, warum wir uns mit einer echten Kreislaufwirtschaft insgesamt so schwer tun. Berechtigte wirtschaftliche Einzelinteressen in den einzelnen Stufen der Wertschöpfungskette eines Produktes und die mangelnde Abstimmung zwischen den Handelnden machten es nahezu unmöglich, das globale Ziel "Reduzierung des Ressourceneinsatzes und bestmöglicher Umweltschutz" mit vorzeigbaren Erfolgsquoten zu erreichen. Ob eine weitgehende CO2-Besteuerung hier die Lösung bringen kann, hängt davon ab, ob die Einführung einer solchen nicht nur auf einzelne Wirtschaftsregionen beschränkt bliebe, da sonst die internationale Wettbewerbsfähigkeit unter Umständen nicht mehr gegeben wäre.

Fortgeschriebene Deponiebedarfsprognose für Bayern

Von vielen mit Spannung erwartet wurde die Fortschreibung der Deponiebedarfsprognose aus dem Jahr 2015. Dr. Gabriele Becker von der INFA und Andreas Schweizer vom LfU stellten die wesentlichen Ergebnisse vor. Grundsätzlich besteht mittelfristig Bedarf entweder am Ausbau bereits genehmigter Deponiekapazitäten oder in der Schaffung neuen Deponieraums. Wesentlicher Einflussfaktor ist dabei die sog. Mantelverordnung, die die Verwertung und Verfüllbarkeit von Ersatzbaustoffen bzw. Bauabfällen regeln soll. Soweit nach Inkrafttreten der Verordnung keine länderübergreifende Entsorgung und keine Verfüllung in aufgelassenen Gruben mehr möglich sei, würden die aktuellen Kapazitäten für DK 0-Deponien nur noch für rund 3 Jahre ausreichen. Dringender Handlungsbedarf ist in diesem Fall dann gegeben.  

Begleitet wurde der zweitägige Kongress von einer Fachausstellung, in der sich branchenspezifische Unternehmen und Dienstleister den Teilnehmern präsentierten.

Die Partner der 20. Bayerischen Abfall- und Deponietage (alphabetisch):

AbfallR - Zeitschrift für das Recht der Abfallwirtschaft
Arbeitskreis Grundwasserschutz e. V.
AU Consult GmbH
avr - Andrea Versteyl Rechtsanwälte PartG mbB
Baustoff Recycling Bayern e. V.
Bayerisches Landesamt für Umwelt
BECO Bermüller & Co. GmbH
bifa Umweltinstitut GmbH
BMF Haase GmbH
Frank Kunststofftechnik GmbH
G quadrat GmbH
Höntzsch GmbH
HUESKER Synthetic GmbH
InfraServ GmbH & Co. Gendorf KG
LAMBDA Gesellschaft für Gastechnik mbH
MVV Industriepark Gersthofen GmbH
NAUE GmbH & Co. KG
Paal Baugeräte GmH
Siebert + Knipschild GmbH
Solmax-GSE/GSE Lining Technology GmbH
SYNLAB Analytics & Services Germany GmbH - Niederlassung Augsburg
Umwelttechnik Arnold GmbH