Deutscher Umweltpreis 2021 vergeben

Artenvielfalt und Moorschutz im Fokus der diesjährigen Auszeichnung

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) vergibt den diesjährigen Deutschen Umweltpreis in einer Höhe von insgesamt 500.000 Euro an zwei international renommierte Persönlichkeiten, die in ihren Wissenschafts-Disziplinen Herausragendes für mehr Arten-, Klima- und Umweltschutz erreicht haben:

Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese für ihre Spitzenforschung zur Bedeutung der biologischen Vielfalt für Planet und Mensch sowie Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Joosten für seine jahrzehntelange wissenschaftliche Arbeit über Moore als Klimaschützer – und den gravierenden Folgen von Moor-Entwässerung für die Erderwärmung. „Der Deutsche Umweltpreis 2021 soll ein Signal sein: Wir haben nur eine Erde. Und wir müssen mit der Vielfalt des Lebens behutsam umgehen“, so DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. „Die beiden Ausgezeichneten haben dazu einen überragenden Beitrag geleistet.“

Der Deutsche Umweltpreis der DBU wird am 10. Oktober in Darmstadt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier überreicht.   

Wegweisende Erkenntnisse zu Artenrückgang und Moorschutz

Der Deutsche Umweltpreis in Höhe von 500.000 Euro ist einer der höchstdotierten Umweltpreise in Europa. Ökologin Böhning-Gaese hat nach Bondes Worten „einen enormen wissenschaftlichen Beitrag geleistet, damit wir begreifen, welche dramatischen Folgen der Artenverlust für Menschen und das gesamte Zusammenwirken des Planeten hat“, sagt Bonde. „Uns allen wird dadurch klar, dass wir den Kampf gegen den Artenrückgang als große gesellschaftliche Herausforderung beherzt angehen müssen.“ Ähnliche wegweisende Erkenntnisse seien Moorforscher Joosten zu verdanken. „Er hat mit unermüdlichem Engagement überhaupt das Bewusstsein dafür geweckt, dass Moore unverzichtbare Verbündete bei der Überwindung der Klimakrise sind“, so der DBU-Generalsekretär. „Und wenn wir nicht auf die Moore achten, wenn wir sie nicht vor Entwässerung schützen, dann wird uns der Klimawandel künftig noch größere Probleme bereiten, als wir sie jetzt schon spüren.“

Präzise Vorhersagen von Umweltveränderungen in Ökosystemen

International herausragendes wissenschaftliches Renommee hat sich die in Oberkochen (Baden-Württemberg) geborene Biodiversitätsforscherin speziell auf dem Gebiet der Makroökologie erarbeitet: Mit den Methoden dieses modernen Forschungsgebiets untersucht sie ökologische Zusammenhänge lokal, regional, kontinental und global sowie in unterschiedlichen Zeitskalen. Die Forscherin untersuche komplexe Folgen von Klima- und Landnutzungswandel für Biodiversität und Lebensgemeinschaften von Tieren und Pflanzen, so Bonde. Die Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums sei bestrebt, Umweltveränderungen in Ökosystemen in den nächsten Jahrzehnten so genau wie möglich vorherzusagen – und damit mögliche Folgen für den Menschen. Bonde: „Nur wenn wir die Prozesse erkennen und verstehen, können wir gezielt Maßnahmen ergreifen, um sie zu stoppen.“ Und: Die Professorin habe maßgeblich die Grundlagen für die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft für eine Agrarwende in Deutschland gelegt. Während eines USA-Aufenthalts erforschte Böhning-Gaese, welche Faktoren die Vogelpopulationen beeinflussen und welche Unterschiede es zwischen Nordamerika und Europa gibt. Ein Fazit: In Europa gingen insbesondere die Vogelbestände der Agrarlandschaften zurück.

Weitere Informationen auf der Homepage der DBU