Bayerische Wassertage

von links: Ch. Zehetgurber, Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH, Dr. J. Knüpfer, HPC AG, Dr. Ch. Barth, Amtschef Bay. StMUV, Dr. H. Slama, LfU, Th. Nieborowsky, KUMAS e. V., Dr. J. Lucas, MVV Enamic


 

Erfolgreiche 12. Bayerische Wassertage am 9./10.11.2016

Bayerische Wasserkompetenz traf sich in Augsburg

Zum zwölften Mal in Folge veranstaltete der Förderverein KUMAS  e. V. in Zusammenarbeit mit den Partnern Grünbeck Wasseraufbereitung GmbH, HPC AG, MVV Enamic IGS Gersthofen GmbH sowie dem Bayerischen Landesamt für Umwelt die Bayerischen Wassertage. Der Fachkongress fand am 9./10. November 2016 in Augsburg statt. Der Vorsitzende Dr. Joachim Knüpfer konnte rund 170 Teilnehmer im Bayerischen Landesamt für Umwelt begrüßen.
Die Bayerischen Wassertage haben sich als Treffpunkt für Betreiber genehmigungspflichtiger Anlagen, Behörden, Planungs- und Gutachterbüros etabliert. Neben dem Update zu wasserrechtlichen und -technischen Fragestellungen dient die Veranstaltung auch dem Austausch zwischen Anlagenbetreibern und den zuständigen Behörden.Einen wichtigen Schwerpunkt bildete in diesem Jahr das Hochwasserrisikomanagement. 

•    Aktuelle Entwicklungen im Wasserrecht und die Rechtsprechung des BayVGH
Feste Größe der Bayerischen Wassertage ist der Überblick über aktuelle Entwicklungen des Wasserrechts in der EU und auf Bundesebene. Die Vorträge von Hauke Dierks vom DIHK und von Dr. Erwin Allesch, Vizepräsident des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs, stießen dabei auf besonderes Interesse. Insbesondere Dr. Allesch hatte mit seinem Überblicksvortrag zu wasserrechtsrelevanten Vorgängen und Entscheidungen des VGH seit dem Jahr 2010 die Zuhörer auf seiner Seite.

•    Belastung des Grundwassers mit Radionukliden
Untersuchungen auf natürlich vorkommende radioaktive Stoffe im Trinkwasser können unterbleiben, wenn im Versorgungsgebiet nicht mit einer Belastung zu rechnen ist. Die Ergebnisse einer deutschlandweiten Studie weisen darauf hin, dass hohe Radongehalte bis über 1.000 Bequerel/l in Bayern vorwiegend nur in Granitgebieten im Nordosten auftreten. Zur Aufbereitung des Trinkwassers stehen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung.

•    Oberflächengewässerverordnung – OGewV
Die neue, im Juni veröffentlichte Oberflächengewässerverordnung umfasst eine Reihe neuer Stoffe und Umweltqualitätsrichtlinien. Andererseits wurde jedoch auch eine Vielzahl flussgebietsspezifischer Stoffe gestrichen, da sie in Deutschland keine Relevanz haben. Eine besondere Betroffenheit der Industrie ergibt sich u.a. aus der Nutzung von Kühlwasser aus Gewässern mit Fischbesatz, da zwar Temperaturanforderungen in der Verordnung definiert wurden, diese aber mit der Erfordernis des „guten Zustands der biologischen Qualitätskomponenten“ verbunden sind. Diese dürften regelmäßig nur die Erstellung gewässerökologischer Fachgutachten nachweisbar sein.
Frank Steinbacher von der Steinbacher-CONSULT Ingenieurgesellschaft stellte in diesem Zusammenhang ein neues Verfahren zur luftgestützten Vermessung und zum Monitoring von Oberflächengewässern in Bayern vor. Eine Vielzahl von Daten lassen sich so schnell und effizient verarbeiten.

•    Hochwasserrisikomanagement in Bayern
Das Hochwasserrisikomanagement zielt auf einen ausgewogenen Umgang mit Hochwasser ab. Durch angepasstes Verhalten können Schäden deutlich reduziert und Menschenleben gerettet werden. Dies bedeutet jedoch mehr, als nur technische Schutzbauwerke zu errichten. Strategien im Sinne eines integralen Hochwasserrisikomanagements werden auch im Zusammenhang mit der vorsorgenden Bauleitplanung immer wichtiger. Leitender Baudirektor Paul Geisenhofer vom WWA Rosenheim und Robin Nolasco vpm Stadtplanungsamt Rosenheim stellten eine zukunftsweisende Strategie für die Konversionsfläche am Bahnareal in Rosenheim vor. Marijana Schmidt stellte den Risikodialog und die Maßnahmenplanung zur Hochwasservorsorge vor. Eine strukturierte Vorgehensweise auf der Basis des DWA-Audits gibt den Gemeinden Sicherheit in der Bewältigung der umfangreichen Fragestellungen und bei der Abwehr ggf. ungerechtfertigter Ansprüche Betroffener. Bürgermeister Josef Schweinberger, Stadt Buchloe, stellte die umfangreichen durchgeführten organisatorischen und baulichen Maßnahmen des Zweckverbandes Hochwasserschutz Gennach-Hühnerbach vor.

•    Boden- und Grundwasserschutz konkret: Sanierung eines bewohnten Altstandortes
Die Sanierung von mit Schadstoffen aus industrieller Produktion stark belasteter Flächen bedarf der genauen Planung und Analyse im Vorfeld. Verkompliziert wird das Ganze noch, wenn es sich um einen bereits neu bebauten und bewohnten Standort handelt. So konkurrieren ökologische Fragen mit Gesundheitsfragen und wirtschaftlichen Aspekten. Um Kostenminderungspotenziale heben zu können und einen maximalen Schutz der Umwelt sicherzustellen, ist zudem ein enger Austausch zwischen allen Beteiligten notwendig. Anhand des Beispiels der „Chemischen und Farben-Fabrik zu Schonungen“ wurden die  wesentlichen Verfahrensschritte und Anforderungen durch Volker Leiterer vom Landratsamt Schweinfurt und dem Fachbüro HPC AG aus Harburg detailliert dargestellt.

Begleitet wurde der zweitägige Kongress von einer Fachausstellung, in der sich branchenspezifische Unternehmen und Dienstleister den Besuchern präsentierten.
Die 13. Bayerischen Wassertage finden voraussichtlich statt am 15. und 16. November 2017.