Bayerische Abfall- und Deponietage


 

18. Bayerische Abfall- und Deponietage erfolgreich zu Ende gegangen

Die Zukunft der Kreislaufwirtschaft, Deponiebedarf und der Rückbau von Kernkraftwerken

Der Förderverein KUMAS – Kompetenzzentrum Umwelt e. V. veranstaltete gemeinsam mit den Partnern AU Consult GmbH, bifa Umweltinstitut GmbH und Bayerisches Landesamt für Umwelt (LfU) am 15. und 16. März die 18. Bayerischen Abfall- und Deponietage. Claus Kumutat, Präsident des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, eröffnete vor Abfall- und Deponie-Experten aus ganz Deutschland die bedeutendste Kreislaufwirtschaftstagung im süddeutschen Raum.
 
Dr. Joachim Knüpfer, erster Vorsitzender des KUMAS e. V. und Thomas Nieborowsky, Geschäftsführer des Umweltnetzwerks konnten an beiden Tagen „volles Haus“ vermelden. Kontinuität und Verlässlichkeit in der Organisation, gepaart mit topaktuellen Themen und fachlicher Fundierung haben sich als Erfolgsfaktoren der KUMAS-Kongresse erwiesen.  

Der Verbraucher hat es in der Hand

Rudi Erhard vom Bayerischen Rundfunk moderierte die vielbeachtete Podiumdiskussion „Kreislaufwirtschaft 2030 – wo geht es hin“. Erfolge in der Ressourcenbewirtschaftung brauchen einen ordnungsrechtlichen Rahmen, echte Verwertung findet aber nur dort statt wo es etwas zu verdienen gibt. Letztlich, so die einhellige Meinung, haben wir „keinen Wettbewerb um den besten Umweltschutz, sondern nur um den besten Preis.“

Ein echtes Bewusstsein für die Probleme und Fragestellungen des Umweltschutzes ist bei breiten Bevölkerungsteilen eigentlich nicht gegeben. Ob Konsumverzicht die Lösung aller Probleme sei wurde kontrovers diskutiert, schließlich müsse man auch anerkennen, dass unser Wohlstand auf einem Wirtschaftssystem aufgebaut sei das auf Wachstumsraten angewiesen ist.

Bayern sei bei den Verwertungsquoten mit rund 65 % mit an der Spitze im bundesweiten Vergleich, so Dr. Monika Kratzer vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz. Sie plädierte allerdings auch für eine offene Herangehensweise ohne Denkverbote, die alle Entwicklungschancen zur Entkoppelung des Ressourcenverbrauchs vom Wirtschaftswachstum zulasse.

Dr. Jaron vom Bundesumweltministerium wies darauf hin,  dass weitere Steigerungsraten in der Verwertung nur noch schwer gehoben werden können und die eingeführten Getrennterfassungssysteme den Verbraucher nicht überfordern dürfen.

Verbote sind nicht der richtige Weg

Die globalisierte, industrielle Produktion und der dadurch verursachte, globale Einsatz von immer neuen Materialien stellt die Einrichtungen der Kreislaufwirtschaft vor teilweise große Probleme. Allerdings waren sich die Podiumsteilnehmer auch darin einig, dass Verbote nicht der richtige Weg seien, schließlich profitieren alle vom freien, länderübergreifenden  Warenverkehr.
Aber auch der Verbraucher ist gefragt, der mit seiner Nachfrage und bewusstem Einkaufsverhalten die Marktentwicklung mit steuern kann. Der Kauf nachhaltig erzeugter und qualitativ hochwertiger Produkte dient der regionalen Wertschöpfung und unterstützt so die heimische Wirtschaft.

Neue Deponiekapazitäten werden in absehbarer Zeit gebraucht

Der zweite Veranstaltungstag behandelte traditionell die Entwicklungen im Deponierecht und in der Deponietechnik. Die Deponie hat auch nach über zehn Jahren Ablagerungsverbot für nicht vorbehandelte Abfälle ihre wichtige Funktion als letztes Glied in der Entsorgungskette und als Schadstoffsenke nicht verloren. Als technisches Bauwerk erfüllt sie heute hohe Anforderungen zum Schutz unserer Umwelt. Neue Deponiekapazitäten werden in absehbarer Zeit notwendig werden, was auf den Aus- oder auch Neubau von Deponien hinausläuft.

Kernkraftwerke umweltgerecht rückbaubar

Topaktuell berichtete Klaus Buß vom Bayerischen Landesamt für Umwelt aus Kulmbach über die Verfahrensweisen bei der Bewertung von Baustoffen aus dem Rückbau von Kernkraftwerken. Er konnte anschaulich darstellen, dass Materialien aus der Freimessung sehr geringe Aktivitätswerte aufweisen und deren Zusatzbelastungen nur einen Bruchteil der Belastung aus natürlicher Strahlung betragen werden. Die nach einem aufwändigen Prüfverfahren auf Basis der Strahlenschutzverordnung freigegebenen Materialien können nach Entlassung aus der atomrechtlichen Überwachung zum überwiegenden Teil wie konventionelles Material eingesetzt werden. Wie am Beispiel des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld, das im Jahr 2015 stillgelegt wurde, dargestellt wurde, fallen wesentliche Mengen aber aufgrund der langen Phase des Nachbetriebs- und Restbetriebszeitraums wohl erst im Jahre 2035 an.

Begleitet wurde der zweitägige Kongress von einer Fachausstellung, in der sich 23 branchenspezifische Unternehmen und Dienstleister den Kongressteilnehmern präsentierten.

Abschließend stellte KUMAS-Geschäftsführer Thomas Nieborowsky fest, dass die Anforderungen an die Kreislaufwirtschaft weiter steigen und die Bayerischen Abfall- und Deponietage deshalb die ideale Austauschplattform für Wirtschaft, Politik und Verwaltung sind.

Die 19. Bayerischen Abfall- und Deponietage finden am 7. und 8. März 2018 wiederum im Bayerischen Landesamt für Umwelt statt.